Die Gründung soll im Jahr 1920 erfolgt sein. Schriftliche Belege über die Gründung und die Gründer der Feuerwehr existieren leider nicht. Es ist nur ein Artikel über das 4. Stiftungsfest aus dem Märkischen Stadt- und Landboten vorhanden.

Die Wehrleiter/Ortswehrführer seit 1920 waren Fritz Nebert, Otto Fürle, Joseph Többe, Ernst August Lüben, August Klockow, Gerhard Többe-Wehberg, Siegfried Marg, Hermann Krüger, Lothar Gierke, Christoph Schnabel, Andreas Preuß, Henry Gutsche, Christoph Schnabel. Aktuell ist Torsten Seefeld als Ortswehrführer berufen.

Die längste Amtszeit als Wehrleiter hatte seiner Zeit Lothar Gierke.

Zu den bedeutendsten historischen Ereignissen gehören die Hochwasserlagen an der Oder im Frühjahr 1947 und 1997. Zur Anerkennung ihrer Leistungen erhielten im August 1997 alle Mitglieder der Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr die Oder-Hochwasser-Medaille.

Am 14.12.1996 konnte die Traditionsfahne der Freiwilligen Feuerwehr Niederfinow feierlich eingeweiht.

In den Anfangsjahren wurde für die Brandbekämpfung in Niederfinow eine Handdruckspritze mit Pferdebespannung und Handzug eingesetzt. Reihum stellten die Niederfinower Bauern ihre Pferde bei Einsätzen zur Verfügung.

Vom Ende der 1930er Jahre bis 1975 war in Niederfinow ein Tragkraftspritzenanhänger, aus Faserplatten und einem Holzgestell gefertigt, im Einsatz. Gezogen anfangs von Pferden, ab den 1960er Jahren von Traktoren, war er bestückt mit einer Tragkraftspritze 800l/min, Saugschläuchen, sowie B- und C- Druckschläuchen. Zirka 1983 löste ein Ganzmetallkoffer den Holzaufbau ab.

Von 1982 bis 2003 war ein Kleinlöschfahrzeug KLF auf Basis eines Barkas B1000 im Einsatz.

1997 erhielt die Ortsfeuerwehr Niederfinow von der Feuerwehr Brenz einen auf Robur LO basierendes Löschfahrzeug LF8 TS8. Dieses Fahrzeug war eine Spende zur Bewältigung der Aufgaben während der Hochwasserkatastrophe und war bis zu seiner Ablösung 2015 im Einsatz.

Im Jahre 1999 kamen ein Schlauchboot mit Trailer und ein Schlauchtransportanhänger STA mit 600 m Schlauchmaterial zur Ausrüstung dazu.

Verschiedene Umstände führten in den Folgejahren wieder zu Abrüstung in der Niederfinower Wehr.

Auf Initiative der Amtsverwaltung und der Amtswehrführung wurde 2015 ein gebrauchtes Einsatzfahrzeug vom Typ LF8 TS, Baujahr 1990, angeschafft. In den Folgejahren erfolgte eine umfassende Aufrüstung mit moderner Technik sowie ein Aus- und Umbau des Fahrzeuges. Aktuell ist auch ein Schlauchtransportanhänger STA mit 1000m B-Schlauch verfügbar.

Das Gerätehaus befindet sich wahrscheinlich schon seit der Gründung seinem heutigen Platz. Es steht auf der südlichen Finowkanalseite auf dem Weg zum Atomill. Mitte der 1960er Jahre erfolgten die ersten Umbauarbeiten. 1981 wurde es wegen Baufälligkeit abgerissen um es 1982 an derselben Stelle neu errichten. Für die Planung des Baues wurde die Unterbringung eines Kleinlöschfahrzeuges (KLF B1000) sowie die dazugehörige Technik als Maß genommen. Der Neuaufbau zum aktuellen Bestand erfolgte durch Fritz Schiefelbein, Rudi Neumann und Erwin Kersten. Von Seiten der Feuerwehr wirkten Lothar Gierke, Günter Kalesse und Gerd Borkenhagen mit.

Am 03.06.1997, im Hochwasserjahr, ergriff Torsten Seefeld die Initiative und gründete die Jugendfeuerwehr Niederfinow. Die Hochwassersituation ließ alle enger zusammen arbeiten, nur gemeinsam konnte man den großen Ereignissen begegnen. Anfänglich zählte die Jugendwehr 16 Mitglieder, zu Spitzenzeiten 25 Mitglieder und heute treffen sich jeden Freitag 15 junge Mädchen und Jungen zur altersgerechten Ausbildung.

Innerhalb der Amtsfeuerwehr des Amtes Britz-Chorin-Oderberg erfüllt die Ortsfeuerwehr Niederfinow mit der aktuellen Ausrüstung die Hauptaufgabe der Löschwasserbereitstellung über lange Wegstrecken.

Neben der Brandbekämpfung sind die technische Hilfeleistung bei Unfällen, Sturmereignissen sowie Havarien auf und an Gewässern. Auch die Unterstützung anderer Organisationen bei der Durchführung ihrer Arbeit wir immer mehr zur Aufgabe der Wehr. So stehen wir dem Rettungsdienst bei Tragehilfe und/oder bei Notfalltüröffnungen mit unserer Technischen Ausrüstung zur Seite.

Als Schwerpunkte im Einsatzgebiet können das alte und neue Schiffshebewerk, der Oder-Havel-Kanal, der Finowkanal mit 2 Schleusen, die Landesstraßen L29 und L291 sowie die ausgedehnten Kiefernwälder genannt werden. Regelmäßig werden die Nachbarwehren bei Einsätzen durch gemeinsames Ausrücken verstärkt.

Die derzeit aktiven 15 Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung versammeln sich freitags im 14-tägigen Rhythmus um 19:00 Uhr zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Besprechung wichtiger Themen und Termine. Gäste und Interessierte sind dazu gern willkommen.

Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Niederfinow