Freiwillige Feuerwehr übt den Ernstfall im Kloster Chorin und auf dem Landhof Liepe

2. Juni 2016, kurz nach 18:00 Uhr – Der Choriner Musiksommer hat gerade seine Generalprobe beendet, die ersten Musikanten beginnen Ihre Instrumente zu verstauen, vereinzelt streifen Besucher durch die alten Gemäuer, im Cafè werden noch die letzten Sonnenstrahlen bei drückenden 26 Grad genossen…

Doch so langsam verbreitet sich Unruhe. Die Leiterein des Klosters Chorin, Frau Dr. Franziska Siedler, der Amtswehrführer, Herr René Dörbandt,  sowie Herr Blankenburg und Herr Henke vom Sachgebiet Bevölkerungsschutz des Landkreises Barnim besprechen die letzten Details der gleich folgenden Einsatzübung. Frau Dr. Siedler ist für den Einsatzleiter der erste Ansprechpartner am Einsatzort. Sie muss alle notwendigen Informationen über die Sachlage weitergeben. Was ist passiert? Wieviele Menschen befinden sich im Kloster? Gibt es Verletzte? Der Amtswehrführer, sein Stellvertreter, sowie zwei Führungskräfte beobachten und dokumentieren den Einsatzablauf, auch die Mitarbeiter des Landkreises beobachten die Übung.

Um ca. 18:30 Uhr alarmiert der Amtswehrführer die Integrierte Regionalleitstelle Nordost und gibt das Szenario durch. Entsprechend des Alarmstichwortes B:Gebäude groß werden gemäß der Alarm- und Ausrückordnung des Amtes Britz-Chorin die Feuerwehren alarmiert, die auch im Ernstfall alarmiert werden würden. Doch nun heißt es erst einmal warten. Im Hintergrund hört man schon die Sirene in Sandkrug … die Meldeempfänger beginnen zu piepen … jetzt geht es los!

Die Einheit Sandkrug/Neuehütte trifft mit 5 Kameradinnen und Kameraden um 18:47 Uhr zuerst am Einsatzort ein. Schon eine Minute später ist die Einheit Chorin mit weiteren 5 Kameraden vor Ort. Nach und nach treffen die Ortswehr Britz (10 Kameradinnen und Kameraden), die Einheit Senftenhütte (3 Kameraden), die Einheiten Brodowin und Serwest (15 Kameradinnen), die Einheit Golzow (6 Kameradinnen und Kameraden) und noch einmal die Einheit Sandkrug/Neuehütte mit einem Zweitfahrzeug und weiteren 4 Kameraden ein.

Die Einsatzleitung übernimmt der Oberbrandmeister Henry Schwarzat aus Senftenhütte als höchste Führungskraft. Seine Aufgabe ist es nun, 47 Kameradinnen und Kameraden zu koordinieren und anzuweisen, den Überblick zu behalten und die Evakuierungsübung nach fachlichen Maßgaben durchzuführen.  Zu den Hauptaufgaben gehören die Menschenrettung, die Brandbekämpfung und die Löschwasserversorgung. Insgesamt waren 48 Einsatzkräfte, davon 21 Atemschutzgeräteträger, und 9 Feuerwehrfahrzeuge am Einsatzort.

Nach erfolgreichem Abschluss der Übung fand mit der Leiterin des Klosters, dem Amtswehrführer und allen Führungskräften eine genaue Begehung des Klosters statt, so dass die jeweiligen Führungskräfte im Ernstfall die örtlichen Gegebenheiten kennen und so schneller handeln können. Seit mehr als 25 Jahren war es die erste Einsatzübung im Kloster Chorin, wie die Einsatzkräfte und die Frau Dr. Siedler mitteilten.

Erschöpft und sichtlich erleichtert, dass es doch nur eine Einsatzübung war, wurden alle Kameradinnen und Kameraden von der Ortswehr Oderberg, mit dem eigens für lange Einsätze oder auch Übungen aufgebautem Verpflegungsanhänger, versorgt.

Der Träger des örtlichen Brandschutzes ist gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 4 des Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes (BbgBKG) verpflichtet Übungen durchzuführen. In diesem Jahr ist es die zweite Einsatzübung. Die erste Einsatzübung fand am 18. April 2016 auf dem Landhof Liepe statt.

An der Einsatzübung in Liepe waren die Ortwehren Liepe, Hohenfinow, Niederfinow und Oderberg des Amtes Britz-Chorin-Oderberg, die Ortswehr Falkenberg/Mark des Amtes Falkenberg-Höhe sowie die Integrierte Regionalleitstelle Nordost beteiligt. Mit insgesamt 46 Kameradinnen und Kameraden wurde die Menschenrettung, die Brandbekämpfung und die Löschwasserversorgung über eine lang Wegstrecke geübt. Einsatzleiter, die erste Führungskraft am Einsatzort, war der Kamerad Denny Gentzmer aus Liepe. Die Abschnitte „Menschenrettung/Brandbekämpfung“ und „Löschwasserversorgung über lange Wegstrecke“ wurde jeweils durch die Kameraden Christian Tietsch aus Oderberg und Henry Gutsche aus Niederfinow geleitet.

Ziel der Einsatzübungen ist die Überprüfung des Zusammenwirkens der Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr, der Leistungsfähigkeit und -stärke der Freiwilligen Feuerwehr und der Beherrschung der feuerwehrtechnischen Handgriffe und Abläufe unter eingeschränkt realen Einsatzbedingungen.

Der Träger des örtlichen Brandschutzes möchte sich bei allen Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement recht herzlich bedanken.

Einsatzübung am Kloster Chorin am 02.06.2016
Foto: Juliane Ness

Einsatzübung am Kloster Chorin am 02.06.2016
Foto: Juliane Ness

Einsatzübung am Kloster Chorin am 02.06.2016
Foto: Juliane Ness

Einsatzübung am Landhof Liepe am 18.08.2016
Foto: Daniel Gerhardt

Einsatzübung am Landhof Liepe am 18.08.2016
Foto: Daniel Gerhardt

Einsatzübung am Landhof Liepe am 18.08.2016
Foto: Daniel Gerhardt