Lfd. Nr.: 2021/0189
Datum: 17. Dezember 2021
Alarmzeit: 9:38 Uhr
Stichwort: H:Gefahrgut-Groß
Einsatzort: Niederfinow, Choriner Straße/ ehem. Melioration
Fahrzeuge: TSF-W (Hohenfinow), LF8/6 (Liepe), LF8 TS8 (Niederfinow), HLF20/16 (Oderberg), TLF16/45 (Oderberg), MTW1 (Oderberg), ELW1 (Liepe), MTW3 (Pressearbeit/ Drohne)
Weitere Kräfte: 2 RTW, Bodenschutzamt, Fachberater Chemie Land Brandenburg, Gefahrstoffeinheit LK BAR, Polizei


Einsatzbericht:

Mit dem Stichwort „Gefahrgutunfall Klein“ wurden die Ortswehren Niederfinow, Hohenfinow, Liepe und Oderberg, der Rettungsdienst und die Polizei zu einem Freigelände in der Gemarkung Niederfinow unweit des Schiffshebewerks gerufen. Ein Anrufer teilte der Leitstelle NordOst mit, dass er auf dem Gelände 3 Fässer mit einem Feststoff gefunden habe. Nach Auskunft des Anrufers könnte es sich um Karbid handeln.

Die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr sicherten den Bereich ab und legten den sogenannten „Gefahrenbereich“ fest. Nach und nach rückten weitere Einsatzkräfte an. Durch den Einsatzleiter wurde ein Trupp unter leichten Chemikalienschutzanzügen und Atemschutz zur Lageerkundung vorgeschickt. Da auch nach der Erkundung der Feststoff nicht zweifelsfrei bestimmt werden konnte, wurde das Alarmstichwort auf „Gefahrgutunfall Groß“ erhöht. Mit der Alarmstufenerhöhung wurde die Gefahrstoffeinheit (GSE) des Landkreises Barnim und der Fachberater Chemie des Landes Brandenburg zur Einsatzstelle entsandt. Bis zum Eintreffen der Spezialkräfte wurde die Umgebung gesichert und der Brandschutz sichergestellt.

Durch den Fachberater wurde eine kleine Probe des Stoffes vor Ort analysiert. Die Einsatzkräfte der GSE bereiteten derweil den Einsatz von Personal unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) vor. Durch das Bodenschutzamt wurde ein Entsorgungsunternehmen mit der Bereitstellung von Behältern beauftragt. Nachdem der Stoff als Karbid identifiziert werden konnte und entsprechende Behälter bereitstanden, konnten die Einsatzkräfte unter CSA den Gefahrstoff in die Behälter füllen. Alle Gegenstände und die eingesetzten Kräfte im Gefahrenbereich wurden dekontaminiert.

Für die mittlerweile mehr als 6 Stunden im Einsatz befindlichen Kräfte wurden Speise und Getränke bereitgestellt. Ein großes „Dankeschön“ an die Familie Krienke für die schnelle und unkomplizierte Versorgung.


Calciumcarbid

Calciumcarbid findet man in der Regel als grau oder grauschwarze kristalline Masse vor. Kommt die Masse mit Wasser in Verbindung, zersetzt sich der Stoff in einer lebhaften Reaktion zu Ethin und Calciumhydroxid. Diese Reaktion kommt einer kleinen Explosion gleich und sollte unter allen Umständen verhindert werden.  Weiterhin kann der Stoff die Haut und die Atemwege reizen. Bei Kontakt mit den Augen für dies zu schweren Augenverletzungen.


§ 326 Strafgesetzbuch – Unerlaubter Umgang mit Abfällen

Wer unbefugt Abfälle, die selbstentzündlich sind außerhalb einer dafür zugelassenen Anlage oder unter wesentlicher Abweichung von einem vorgeschriebenen oder zugelassenen Verfahren beseitigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.



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