
Waldbrandübung der Brandschutzeinheiten
Lfd. Nr.: 2026/048
Datum: 18. April 2026
Alarmzeit: 7:30 Uhr
Stichwort: B:Wald-Groß/WSP
Einsatzort: Neukammer (OHV)
Fahrzeuge:
- Ortswehr Golzow: LF-KatS (Golzow)
- Ortswehr Oderberg: TLF-W BB (Oderberg)
Weitere Kräfte: Brandschutzeinheit Barnim, Brandschutzeinheit Oberhavel, Brandschutzeinheit Uckermark
Einsatzbericht:
Feuerwehrleute des Amtes Britz-Chorin-Oderberg bei großer Waldbrandübung in Ostprignitz-Ruppin dabei
Das Land Brandenburg zeichnet sich besonders durch seine großen Waldflächen aus. Diese stellen auf der einen Seite natürlich idyllische Naherholungsgebiete für die Bevölkerung dar und sorgen für eine Verbesserung des Klimas, sie bergen auf der anderen Seite aber auch Gefahren. Vor allem die letzten Jahre mit ihren hohen Temperaturen haben die große Gefährlichkeit von Waldbränden wieder akut aufgezeigt. So kam es in der jüngsten Vergangenheit vornehmlich im Süden Brandenburgs immer wieder zu großen Waldbränden. Um bei solchen Großschadenslagen die lokalen Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen, halten die Landkreise besondere Einheiten des Katastrophenschutzes vor. Dazu gehört unter anderem die Brandschutzeinheit (BSE). Diese besteht aus mehreren Feuerwehrfahrzeugen aus dem gesamten Kreisgebiet, die bei einer entsprechenden Alarmierung zusammengezogen werden und dann zur Unterstützung der anfordernden Stellen ausrücken. Auch die Freiwillige Feuerwehr des Amtes Britz-Chorin-Oderberg ist mit zwei Einsatzfahrzeugen in die Brandschutzeinheit des Landkreises Barnim eingebunden. Dies sind zum einen das in Golzow stationierte Löschgruppenfahrzeug LF-KatS und zum anderen das Tanklöschfahrzeug TLF-W BB der Ortsfeuerwehr Oderberg. Im Alarmierungsfall werden diese beiden Fahrzeuge von Feuermännern und -frauen aus dem gesamten Amtsbereich besetzt.
Selbstverständlich muss das Zusammenspiel für solche Einsatzlagen immer wieder geübt werden. Aus diesen Gründen fand vom 16. bis 19. April 2026 eine große Waldbrandübung in der Rüthnicker Heide statt, die durch die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel organisiert wurde. Dabei wurde vor allem das Zusammenspiel von Feuerwehren aus mehreren Landkreisen mit Polizei, Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk (THW) und Deutschen Roten Kreuz (DRK) geprobt. Insgesamt waren rund 800 Einsatzkräfte daran beteiligt. Um die dabei gewonnenen Erkenntnisse zu vermitteln, wurden auch die Brandschutzeinheiten der umliegenden Landkreise eingeladen. So konnten den Feuerwehrleuten die neuen technischen Möglichkeiten zur Waldbrandbekämpfung präsentiert werden. Daher erfolgte nach einer kurzen Begrüßung und Lageeinweisung auf dem Gelände des Zentrums für Brand- und Katastrophenschutz im Eberswalder Stadtteil Nordend der geschlossene Abmarsch von knapp 20 Einsatzfahrzeugen der Barnimer BSE unter Nutzung von Sonder- und Wegerechten (Blaulicht und Sirene) nach Rüthnick. Dies stellte bereits einen wichtigen Teil der Übung dar, denn der Verband musste in Anlehnung an eine echte Einsatzfahrt unter anderem den Eberswalder Stadtverkehr am Samstagvormittag passieren. Nachdem diese erste Hürde problemlos gemeistert worden war, begaben sich die beteiligten Brandschützer in das Waldgebiet zwischen Rüthnick und Beetz. Dort waren mehrere Stationen aufgebaut, an denen unterschiedliche Themen präsentiert wurden.
- Brandbekämpfung auf munitionsbelasteten Flächen: Da in den letzten Jahren vermehrt große Brände auf ehemaligen Truppenübungsplätzen ausgebrochen sind, hat das Land Brandenburg mehrere Fahrzeuge beschafft, die speziell für den Einsatz auf solchen Flächen konzipiert sind. Dazu gehören etwa ferngesteuerte Kettenfahrzeuge, die sowohl den Boden bearbeiten als auch Feuer löschen können.
- Kreisregner: Durch den Einsatz von speziellen Beregnungsanlagen können sogenannte Riegelstellungen aufgebaut werden, wodurch Schutzstreifen zur Eindämmung des Feuers entstehen. Dies stellt eine effiziente, weil personalsparende Methode der Waldbrandbekämpfung dar.
- Luftunterstützung: Mittels Drohnen können beispielsweise Einsatzgebiete effektiv erkundet und vermisste Personen aufgefunden werden. Außerdem präsentierte die Fliegerstaffel der Bundespolizei aus Ahrensfelde OT Blumberg, wie einer ihrer Hubschrauber durch ein „Bambi Bucket“ ca. 2.000 Liter Wasser gezielt zum Brandort transportieren und dort abwerfen kann.
- Hochleistungsfördersystem (HFS): Mittlerweile befinden sich fünf HFS-Einheiten im Land Brandenburg, wobei eine in den Barnimer Gemeinden Panktetal und Ahrensfelde stationiert ist. Sie ermöglichen die Förderung von großen Wassermengen, was bei Waldbränden von großer Wichtigkeit ist. Die bei der Übung im Einsatz befindlichen HFS-Einheiten stellten somit die Wasserversorgung für die anderen Stationen sicher, indem sie kilometerlange Schlauchleitungen durch den Wald legten.
Für die insgesamt neun beteiligten Kameraden aus dem Amt Britz-Chorin-Oderberg war der Tag sehr informativ, konnten doch Eindrücke und erste Erfahrungen mit ansonsten im Feuerwehralltag nicht ganz so typischen Gerätschaften gewonnen werden. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass die gezeigte Technik nicht so bald in Einsatz gebracht werden muss.
Brandmeister Lucas Lebrenz








